Nahaufnahme Sektflaschen

200 Jahre Deinhard Wein- und Sektkultur

Kulinarische Kreationen im „Deinhard´s“ in und über dem historischen Deinhard Kellermuseum in Koblenz

Das Stammhaus Deinhard - direkt neben dem Koblenzer Theater – kann eine über 200 jährige erfolgreiche Firmengeschichte aufweisen, die auch düster(st)e Zeiten in der Rhein-Mosel-Stadt überdauerte. Seit Juli 2007 findet man dort – erstmalig in seiner Geschichte - ein gastronomisches Highlight, das Restaurant „Deinhard´s“, mit seiner auf Wein- und Sekt-Genuss abgestimmten Küche, bei fairen Preisen.

Als Johann Friedrich Deinhard 1794 eine Weinhandelsfirma, der er seinen Namen gab, in Koblenz gründete, wurde wenig später auch das Land um Rhein und Mosel von den weit reichenden Nachwehen der Französischen Revolution hart getroffen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte sich das Unternehmen doch bald zum größten seiner Art im Raum Koblenz entwickelt: Deinhard erkannte bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts, dass die Engländer, die als Rhein-Touristen von ihm geschätzt und umworben wurden, ihm große Chancen zum Export seiner Weine boten. Seine Geschäftsbeziehungen zur Kolonialmacht Großbritannien führten alsbald, durch regelmäßige Überseeexporte, z. B. ins ferne Ostindien und sogar bis nach Australien, zu einem gewissen Wohlstand. Unter seinen Nachfolgern wurde die Firma Deinhard zu einem namhaften Weltunternehmen, spätestens mit der Gründung einer Niederlassung in London und den ersten Sekt-Lieferungen.
Denn kurze Zeit nach dem Tod des Gründers im Jahre 1827 entschied man sich, Schaumweine in Koblenz herzustellen. Ein Grund dafür war die immer größer werdende Beliebtheit erlesener Champagner aus Frankreich. Ein mühsamer Weg: die Versuche glückten schließlich, und ab 1843 kann Deinhard erfolgreich auf seine Sektgeschichte zurückblicken. Wein und Sekt wurden im unterirdischen Bereich des Stammhauses produziert. Teile davon kann man heute noch im Rahmen der Kellerführungen besichtigen.
Mit Julius Wegeler, der 1857 als Angestellter in das aufstrebende Unternehmen eintrat und sogleich den wichtigen englischen Markt bereiste, begann eine neue erfolgreiche Epoche: er wurde im Laufe der Jahre nicht nur Teilhaber, sondern heiratete 1861 die Erbin, Emma Deinhard. Die Firma wurde nun, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, führender  rheinischer Exporteur in Sachen Wein und Schaumwein. Die positive Entwicklung setzte sich fort: mit der Einführung des ersten Markensektes „Deinhard Cabinet“ im Jahre 1888 und dem Ankauf neuartiger technischer Patente zur qualitativen und quantitativen Verbesserung der Sektproduktion, aber auch mit dem Ausbau seiner Weingüter für die weltweit anerkannten Weine von Rhein und Mosel (inzwischen also auch solche aus eigener Herstellung) gelangte Deinhard zur Weltspitze.

Aber man gab nicht auf. Neue Marken, wie Deinhard Rubin von 1924, ein köstlicher Rotsekt, der bis heute zum Sortiment gehört, und intensive Werbung mit eingängigen Botschaften belebten bald das Geschäft: Slogans wie „Dein Sekt sei Deinhard!“ mit dem populären „Deinhard-Mädchen“ setzten ab 1925 neue Maßstäbe im gerade erst geborenen Reklame-Genre.

 

 

Innenansicht Deinhards